Videomapping von Mahir Duman am 09.11.2024 vor dem RealLabor Leipzig.
UtopischeTafel X RealLabor
Der 9. November ist der Tag, an dem 1989 die Mauer fiel. Aber auch der Tag, an dem 1939, genau 50 Jahre zuvor, die Novemberpogrome begannen, denen die ungeheuerlichen Deportationen und Massenmorde an jüdischen Menschen in ganz Europa folgen sollten. „Der 9. November war und ist kein Tag, an dem das ,Schicksal‘ es gut oder schlecht mit den Deutschen meint. Wie an jedem anderen Tag auch sind die Menschen für ihr Handeln verantwortlich – aber ebenso auch dafür, was sie unterlassen“, kommentierte der Historiker Burkhard Asmuss.
Deshalb haben wir haben an diesem Tag an einer Utopischen Tafel vor dem RealLabor alle zu einem gemeinsamen Essen eingeladen. Gleichzeitig haben wir erinnert an das Schreckliche, das sich nie wiederholen darf. Zum Beispiel mit Paul Celans berührendem Gedicht „Todesfuge“, das die Künstlerin Nina K. Jurk zur Erinnerung an jüdisches Leben in Leipzig auf Leucht-Stelen inszeniert hatte. Und mit dem Film „Masel tov Cocktail“. Anschließend haben wir gemeinsam mit Nina an der Ecke Brühl/Goethestraße Blumen niedergelegt: dort, wo einst die Tiktiner Synagoge gestanden hat. Und als es dunkel wurde, inszenierte der Künstler Mahir Duman eine eindrucksvolle Lichtshow, bei der er historische und aktivistische Lichtbildwelten mit der Musik des Babylon Orchester verband – sein Aufruf zu wachsamer Erinnerung, Verantwortung und Zivilcourage.

